Der Arbeitsmarkt im Januar 2010

Kalter Winter auch auf dem Arbeitsmarkt

Mit einem deutlichen Anstieg der Arbeitslosenzahlen beginnt das Jahr 2010. Im Januar waren 17.420 Arbeitslose in den Kreisen Steinburg, Pinneberg und im Raum Norderstedt registriert. Dies sind 2.100 mehr als im Dezember.

"Einen ähnlich starken Anstieg der Arbeitslosenzahlen gab es auch in den vergangenen Jahren. Überwiegend sind saisonale Gründe dafür ausschlaggebend. Zum Jahresbeginn registrierten wir zwar auch vermehrt Entlassungen aus wirtschaftlichen Gründen, vor allem ist es jedoch der anhaltend strenge Winter, der zur Zeit deutliche Spuren auf dem Arbeitsmarkt hinterlässt. Viele witterungsabhängige Arbeiten können derzeit nicht mehr ausgeführt werden", so Thomas Kenntemich, Leiter der Agentur für Arbeit Elmshorn.

Im Januar vergangenen Jahres war die Zahl der Arbeitslosen im Agenturbezirk innerhalb eines Monats um rund 1.900 Personen gestiegen.
Mit 17.420 gemeldeten Arbeitslosen ist die Zahl in diesem Januar um 2.100 oder 13,7 Prozent gegenüber dem Vormonat angestiegen.
Die Zahl der Arbeitslosen ist gegenüber dem Vorjahr um 1.130 Personen oder 6,9 Prozent angestiegen.

Die Arbeitslosenquote1) im Bezirk der Agentur für Arbeit Elmshorn ist von 5,8 Prozent im Dezember auf 6,6 Prozent im Januar gestiegen. Vor einem Jahr hatte sie 6,1 Prozent betragen.

Die Arbeitslosenzahlen entwickelten sich in den letzten Monaten in denbeiden Rechtskreisen sehr unterschiedlich. Im Bereich der Arbeitslosenversicherung (Sozialgesetzbuch III) sind die Auswirkungen der Wirtschaftskrise mit einem Anstieg der Zahl um 16,0 Prozent innerhalb eines Jahres deutlich zu erkennen. Im Bereich der Grundsicherung (Sozialgesetzbuch II) war die Zahl hingegen noch lange rückläufig. Erstmals wird im Jahresvergleich nun auch in diesem Bereich ein Anstieg (+0,3 Prozent) registriert. Für viele Arbeitslose läuft nach einem Jahr der Anspruch auf das Arbeitslosengeld 1 aus. Viele werden sich in den nächsten Monaten als Hilfebedürftige in den Arbeitsgemeinschaften melden.
Von den insgesamt 17.420 Arbeitslosen betreute die Agentur für Arbeit Elmshorn (Arbeitslosenversicherung) im Januar 7.910. Damit stieg die Zahl um 1.310 Personen oder 19,8 Prozent gegenüber dem Vormonat. Es waren 1.100 Personen oder 16,0 Prozent mehr als vor einem Jahr bei der Arbeitsagentur gemeldet.
Bei den Arbeitsgemeinschaften SGB II (Grundsicherung) wurden 9.510 arbeitslose Männer und Frauen registriert, dies waren 790 oder 9,1 Prozent mehr als im Dezember. Gegenüber dem Vorjahresmonat stieg die Zahl um 30 Personen oder 0,3 Prozent.

Personenkreise
In der Wirtschaftsflaute wurden vor allem industrielle Vollzeitarbeitsplätze abgebaut. Männer waren dadurch häufiger von Arbeitslosigkeit betroffen. In den letzten zwölf Monaten stieg die Zahl der arbeitslosen Männer um 11,7 Prozent an. Die Zahl der Frauen stieg im gleichen Zeitraum hingegen nur leicht um 1,5 Prozent (Durchschnitt aller Arbeitslosen: + 6,9 Prozent).
Die Zahl der arbeitslosen jüngeren Arbeitnehmer (15 bis unter 25 Jahre) ist im Vergleich zum Vorjahr überdurchschnittlich stark um 18,8 Prozent angestiegen.
Die Zahl der Langzeitarbeitslosen (ein Jahr und länger arbeitslos) ist erfreulicherweise in den vergangenen zwölf Monaten nochmals um 11,3 Prozent gesunken. Hierzu hat auch der intensive Einsatz von Aktivierungs- und Eingliederungsmaßnahmen durch die Arbeitsgemeinschaften beigetragen.

Gemeldete Stellen
Im Januar sind saisonal bedingt weniger offene Stellen zu besetzen. Die Arbeitskräftenachfrage liegt zu Beginn des Jahres aber aber noch einmal deutlich niedriger als im Vorjahr.
Arbeitgeber meldeten dem gemeinsamen Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit Elmshorn und der Arbeitsgemeinschaften 580 freie und ungeförderte Arbeitsplätze. Dies waren 2,0 Prozent weniger als im Dezember. Gegenüber dem Vorjahresmonat sank die Zahl der gemeldeten Stellenangebote um 9,9 Prozent.
„Die Deckung des Fachkräftebedarfs wird im nächsten Aufschwung zum zentralen Thema in den Unternehmen. Auch in schwierigen Zeiten sollten die Unternehmen unserer Region daher langfristig denken und versuchen, ihre Beschäftigten möglichst zu halten und sogar zusätzlich in den beruflichen Nachwuchs zu investieren. Es lohnt sich jetzt unserem Arbeitgeber-Service offene Ausbildungsplätze zu melden, denn viele gute Bewerber sind auf der Suche", so Thomas Kenntemich.

Einsatz arbeitsmarktpolitischer Instrumente
Mit dem Einsatz arbeitsmarktpolitischer Instrumente konnten zahlreiche Personen unterstützt werden, ihre Arbeitslosigkeit zu beenden oder zu verhindern. Mit Eingliederungszuschüssen wurden im Januar 400 versicherungspflichtige Arbeitsverhältnisse gefördert. 670 Existenzgründer bezogen einen Gründungszuschuss. Weitere 1.220 Personen nahmen an Maßnahmen der beruflichen Qualifizierung teil. Zudem befanden sich 1.650 Menschen in Arbeitsgelegenheiten.

Kurzarbeit
Während die Zahl der Neuanzeigen von Kurzarbeit zum Herbst letzten Jahres kontinuierlich zurückging, steigt sie nun in den Wintermonaten wieder an. Mehr als ein Drittel der im Dezember angezeigten Arbeitnehmer wurden für das Saison-Kurzarbeitergeld gemeldet. Diese besondere Form des Kurzarbeitergeldes sichert insbesondere Arbeitnehmern d
es Bauhauptgewerbes und des Garten- und Landschaftsbaus ihre Arbeitsplätze über die Wintermonate und den Betrieben ihr eingearbeitetes Stammpersonal.
Insgesamt haben 119 Unternehmen in den Kreisen Pinneberg und Steinburg und dem Raum Norderstedt im Dezember neu und zusätzlich Kurzarbeit angezeigt. Dies waren 51 mehr als im Monat November. Angezeigt wurde die Kurzarbeit für voraussichtlich 1.377 Beschäftigte. Im Vormonat waren 642 Arbeitnehmer zur Kurzarbeit neu angemeldet worden. Der größte Teil (38 Prozent) der Neuanzeigen im Dezember betraf Arbeitnehmer der Baubranche. Des Weiteren wurde besonders häufig Kurzarbeit durch Betriebe des Maschinenbaus und der Metallverarbeitung sowie Automobilzulieferer angezeigt. 2)
Wie viele Arbeitnehmer jedoch tatsächlich kurzarbeiten, weiß die Arbeitsagentur erst mit einer Zeitverzögerung. Die kurzarbeitenden Unternehmen müssen ihre betrieblichen Meldungen zur geleisteten Kurzarbeit erst nach Ablauf eines Quartals für die zurückliegenden drei Monate erstatten. So arbeiteten im September insgesamt 3.940 Arbeitnehmer bei 320 Unternehmen kurz.

Arbeitsmarktdaten nach Kreisen
Besonders stark zog die Arbeitslosigkeit zu Beginn des Jahres im Kreis Steinburg an.
Im Kreis Steinburg waren 4.790 Männer und Frauen arbeitslos. Dies waren 690 oder 16,7 Prozent mehr als im Dezember. Gegenüber dem Vorjahr stieg die Zahl um 560 oder 13,4 Prozent. Die Arbeitslosenquote1) ist von 6,1 im Dezember auf 7,1 Prozent im Januar gestiegen (Vorjahresmonat: 6,2 Prozent).
Die Arbeitslosenzahl ist im Kreis Pinneberg im Vergleich zum Dezember um 1.180 Personen oder 12,8 Prozent auf 10.370 gestiegen. Gegenüber dem Januar vorigen Jahres erhöhte sich die Zahl der Arbeitslosen um 400 oder 4,0 Prozent. Die Arbeitslosenquote1) liegt nun bei 6,6 Prozent gegenüber 5,9 Prozent im Vormonat. Vor einem Jahr hatte sie 6,4 Prozent betragen.

Ausbildungsmarkt
Die Daten zum Ausbildungsmarkt 2009/2010 werden bundesweit wieder regelmäßig ab dem Berichtsmonat März veröffentlicht.


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1) Arbeitslose in Prozent aller zivilen Erwerbspersonen
2) Daten für Januar liegen leider noch nicht vor.

 

Die Daten zum Arbeitsmarkt im Januar 2010:

Pfeil Der Arbeitsmarkt im Bezirk der Agentur für Arbeit Elmshorn - Berichtsmonat Januar 2010 (Icon für eine PDF-Datei pdf, 870 kB)
Pfeil Arbeitsmarkt in Zahlen - Report für Kreise und kreisfreie Städte - Pinneberg - Stand: Januar 2010 (Icon für eine PDF-Datei pdf, 537 kB)
Pfeil Arbeitsmarktlage in den Kreisen Steinburg und Pinneberg sowie im Raum Norderstedt Ende Januar 2010: (Icon für eine PDF-Datei pdf, 73 kB)
Pfeil Presse Info 06/2010 vom 28.01.10 der Bundesagentur für Arbeit, Nürnberg, "Die Entwicklung des Arbeitsmarktes im Januar 2010" (Icon für eine PDF-Datei pdf, 83 kB)
Pfeil Der Arbeitsmarkt im Monat Januar 2010 (Icon für eine PDF-Datei pdf, 475 kB)
Pfeil Der Arbeitsmarkt im Monat Januar 2010 - Grafiken - (Icon für eine PDF-Datei pdf, 133 kB)

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Letzte Aktualisierung: 11.03.2010